Der Ohrenzeuge

Was hat ein mysogyner toter Schriftsteller mit einem Hähnchenschlägel-Produzenten (ebenfalls tot) zu tun?

Von einer guten Freundin bekam ich unlängst eine alte Ausgabe von Elias Canettis „Der Ohrenzeuge“ geschenkt

http://goo.gl/0PCQ9. Zufälligerweise lag das Buch bei uns in der Küche herum.

Mein 15-jähriger Sohn sah das Buch und meinte nur: „KFC„. Ich machte zuerst „wie?“ Dann kam mir die Erleuchtung:

Kentucky Fried-Chicken-Gründer Colonel Harland Sanders

(Foto:en.wikipedia.org)

Die beiden sehen sich ziemlich ähnlich, finde ich. Da hört es aber auch schon auf mit der Ähnlichkeit. Der Literatur-Nobelpreisträger schrieb sein Leben lang: Essays, Dramen, einen Roman und viele Aphorismen. Der Roman trug ihm den Literatur-Nobelpreis ein, aber irgendwie… Canetti lebte lange in ärmlichen Verhältnissen, derzeit scheint keines seiner Bücher mehr im Handel zu sein.

Der Fastfood-Colonel Harland Sanders dagegen hat sich ganz einfach positioniert: Hähnchenschlegel, Cole Slaw und Pommes gegen Hamburger und Pommes der Konkurrenz.

Meine These: Sich gut positionieren bringt zwar nicht unbedingt einen Literatur-Nobelpreis, aber es lässt sich ganz gut davon leben, zwar nicht mehr so gut in den USA, dafür aber haben die Chinesen den Colonel und seine Hähnchen schätzen gelernt…

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