Kommen Frauen beruflich nicht so einfach in Führungspositionen, weil ihre Stimmen zu hoch sind? „Der Bass der Bosse“ schreibt die „Süddeutsche Zeitung„(SZ) in einem Artikel auf ihrer Wissensseite und zitiert aus mehreren Forschungsergebnissen, die beschreiben, dass Menschen offensichtlich Chefs mit tiefer Stimme bevorzugen – egal ob das Männer oder Frauen sind.

Der Politologe Casey Klofstad von der University of Miami in Zusammenarbeit mit der Duke University hat in einer Studie 17 Frauen und zehn Männer zwischen 20 und 60 Jahren folgenden Satz sagen lassen: „Ich bitte dich dringend, mich zu wählen“. Dann erhöhten oder senkten die Forscher die Stimmlagen elektronisch und spielten sie 170 Probanden vor.

Ergebnis: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wollten lieber die Menschen mit den tiefen Stimmen wählen. (Voters Favor Deep-Voiced Politicians).

„Piepsen oder Brummen – natürlich entscheidet dieser Faktor nicht allein über Karrieren. Aber unsere Ergebnisse zeigen, dass man die Wahl von Führungskräften nur im Zusammenspiel mit biologischen Einflüssen verstehen kann“, sagt Klofstad in der SZ.

(Foto: wikipedia.org)

Der Theaterprofi Laurence Olivier machte spezielle Sprechübungen, bevor er den „Othello“ von Shakespeare gab. Es wird gesagt, er habe über eine Stunde lang eine Herde Kühe angebrüllt, um seine Stimme für die Rolle des Mohren von Venedig genügend tief zu machen.

Auch eine tiefe Frauenstimme wird  als Zeichen von Stärke verstanden, haben polnische Anthropologen kürzlich herausgefunden – die meisten Menschen messen der Frau dann Souveränität und selbstbewusstes Auftreten zu.

Wer piepst, hat weniger Chancen, beruflich aufzusteigen? Die SZ zitiert sogar die Direktorin der Klinik für Phoniatrie der Uni Münster: „Zu uns kommen regelmäßig Frauen in Führungspositionen, die ganz bewusst versucht haben, ihre Stimme stark abzusenken, um männlicher zu klingen.“ Die Frauen kamen dann mit Stimmbeschwerden in die Klinik.

Für Frauen – und Männer, die ihre Stimme und ihre Stimmlage optimieren wollen, gibt es einiges an Hilfe – noch bevor sie in die Klinik müssen.

Adressen von speziell ausgebildeten SprechtrainerInnen und Sprecherzieherinnen gibt es  z.B. bei der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS).

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